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Willkommen im Haus Rosa!

Das Haus Rosa ist eine teilbetreute Wohneinrichtung für Asylwerberinnen, d.h.,  für Frauen mit oder ohne Kindern. Sie haben Platz für 62 Personen und betreuen die Frauen während des Asylverfahrens. Die Frauen wohnen in ihren eigenen Unterkünften und können zusätzlich an Werktagen Hilfe vom Betreuerteam in Anspruch nehmen.

panagenda hat das Projekt vor Ort kennen lernen können und von der Notwendigkeit für Fahrscheine mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erfahren. Da wir uns für mehr Mobilität und Austausch einsetzen haben wir zu diesem Zweck 200 Tickets gespendet. Aber wie genau funktioniert das Haus Rosa? Wir fragen genauer nach…

Haus Rosa Team (Caritas Wien)
Haus Rosa: Betreuungsteam
Haus Rosa (Caritas Wien)

Wie sieht eure tägliche Arbeit im Haus Rosa aus?

Unsere Aufgaben sind sehr vielfältig und die Arbeit jeden Tag ein anders – es gibt den Journaldienst, der sich um allfälliges kümmert, wie Hausorganisation, Kontakte mit externen Stellen, Adressen, Telefonnummern und Wegbeschreibungen heraussuchen, Pflaster verteilen und sich generell der kleinen Alltagssorgen annimmt. Dann gibt es die Bezugsbetreuung, in der sich die Kolleg_innen mit ihren zugeteilten Bewohnerinnen zu Beratungsgesprächen zurückziehen und sich um die individuelle Fallgeschichte kümmern. …Und immer viel Administration und Dokumentation.

Was sind die klassischen Bedürfnisse der Bewohnerinnen?

Die Bedürfnisse ändern sich mit der Zeit – anfangs geht es um die Deckung der Grundbedürfnisse wie essen, schlafen, Hygiene und medizinische Versorgung. Nach einer Weile und wenn sich schon mehr Beziehung aufgebaut hat, kommen dann individuellere Anliegen zum Tragen: Spracherwerb, Bildung, Familienleben organisieren, Orientierung, Freizeitgestaltung, Perspektivenplanung. Wenn etwas Ruhe eingekehrt ist, kommt meistens das Bedürfnis, auch etwas für die psychische Gesundheit zu tun.

Wie ist die Erwartungshaltung der Menschen in eurem Haus – wird eure Unterstützung von Anfang an angenommen oder muss erst ein Vertrauensverhältnis entstehen?

Abgesehen von der Deckung der ersten Grundbedürfnisse sind wir darauf angewiesen, dass die Menschen uns ihre Anliegen mitteilen – das heißt, dass wir auf jeden Fall zuerst eine Vertrauensbasis aufbauen müssen, damit uns die Frauen erzählen, was sie brauchen und auch die Kompetenz zutrauen, ihnen gut weiterhelfen zu können. Hier sind die Menschen einfach verschieden – oft gelingt uns der Beziehungsaufbau trotz Sprachbarrieren sehr schnell, bei anderen dauert das länger.

Haus Rosa Team (Caritas Wien)

Welche Barrieren haben die Bewohnerinnen außerhalb eures Hauses zu überwinden?

Abgesehen von den allgegenwärtigen Sprachbarrieren gibt auch viele bürokratische Hürden zu überwinden – hier können wir allerdings meistens gut helfen. Für spezifischere Anliegen gibt es die Möglichkeit der Vermittlung an andere Stellen, aufgrund der eingeschränkten Mittel und der damit eingeschränkten Mobilität ist es aber manchmal schon eine Herausforderung, den Weg dorthin überhaupt zu bestreiten. Sinnvolle Freizeitgestaltung ist unter diesen Umständen fast ein Ding der Unmöglichkeit.

Haus Rosa (Caritas Wien)

Wie sind eure Erfahrungen mit dem gesellschaftlichen Umfeld? Wie groß ist die Akzeptanz oder Ablehnung?

Wir erleben punktuell sehr hilfsbereite Mitmenschen, außerdem leben wir ja ein bisschen in der Blase der helfenden Profession und sind vernetzt mit vielen anderen Hilfseinrichtungen. Aus den Geschichten, die uns die Frauen erzählen, geht aber hervor, dass die Welt außerhalb dieser Blase auch ganz anders aussehen kann – wenn sie schlecht behandelt, nicht ernst genommen, weggeschickt oder angeschimpft werden.

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